360°-Video und VR
Ein 360°-Film zeigt den ganzen Ort, vom Schachtlift in Sedrun bis in die Eiger-Nordwand, und die Zuschauer entscheiden selbst, wohin sie schauen.
CONCEPT360 in Winterthur produziert 360°-Videos für Marken, Medienhäuser und Institutionen, die ihr Publikum an einen bestimmten Ort bringen wollen, für SRF etwa in den Gotthard-Basistunnel. Das Studio besteht seit 2005 und dreht seit 2013 360°-Filme, unter anderem für SRF, Mammut, Ringier und den Circus Knie. Ein 360-Grad-Video hat keinen Bildrand, deshalb plant die Regie jede Einstellung in alle Richtungen.
Ausgewählte Arbeiten

SRF «Gotthard»
Der Gotthard-Basistunnel, wie ihn kein Fahrgast sieht: 57 Kilometer auf der Lokomotive, 800 Meter im Schachtlift von Sedrun und ein Flug über das Massiv. Die Kamera sass dafür in einem Luft-Torpedo, den das Studio zusammen mit tpc für den Helikopter baute. Der Film erschien eine Woche vor der Eröffnung und war in der offiziellen Auswahl von FIVARS in Toronto.
- AuftraggeberSchweizer Radio und Fernsehen SRF

Mammut «Eiger Extreme»
Ein Film zur vierten Generation der Kollektion Eiger Extreme, gedreht am Eiger bis zum Pilz in der Nordwand. Für die Luftbilder hing die Kamera an einem 30 Meter langen Seil unter dem Helikopter. Der Film begleitete die Kollektion bis in die Läden.

helikopterflug.ch / Rundflüge
Ein Rundflug über die verschneite Jungfrauregion, die Kamera an einer Stange weit aussen am Helikopter, ohne Scheibe vor dem Objektiv. Auf Facebook erreichte der Film ohne Werbung über eine Million Aufrufe. Danach folgten Flüge zur Zugspitze und über München.
Was ein 360°-Film leistet
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Dort sein.
Wer sich im Bild umsieht, hat das Gefühl, vor Ort zu sein.
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Anteilnahme.
Ein 360°-Film lässt mitfühlen. Was die Zuschauer verstehen sollen, muss trotzdem die Erzählung vermitteln.
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Reichweite ohne Brille.
Im Browser erreicht derselbe Film viele Menschen, in der Brille wenige, dafür intensiver.
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Von Anfang an mehrfach nutzbar.
Früh geplant, läuft derselbe Film an der Premiere, an Messen, im Laden und online.
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Der Überblick im Flug.
Ein Flug zeigt, wie ein Ort zusammenhängt: Tal, Grat und Gipfel oder die Linie eines Tunnels im Gelände. Die Kamera hing dafür am Seil unter dem Helikopter, sass an einer Stange aussen am Rumpf oder in einem eigens gebauten Träger. Ob ein Flug in die Brille passt oder besser am Bildschirm läuft, wird mit dem Schnitt geplant.
Wofür
Für Marketing und Redaktionen, Kommunikation und Prävention, Messe- und Eventleitung sowie für die Agenturen, die mitgestalten. Typische Ausgangslagen:
Eine Eröffnung steht bevor, und der Ort ist bis dahin unzugänglich.
Eine Marke will zeigen, wo ihre Ausrüstung im Einsatz ist.
Ein Programm geht auf Tournee, und ein Teil davon kann nicht mitreisen.
Eine Botschaft soll in mehreren Sprachen und Märkten laufen.
Weitere Arbeiten
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SRF / Lauberhorn
SRFDie Weltcupabfahrt in Wengen, gefilmt knapp über dem Helm von Bruno Kernen, auf srf.ch in einem eigens programmierten Player.
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AXA «One second away»
AXAEin Crashtest, vom Fahrersitz aus gesehen bis zum Aufprall. AXA erhielt dafür 2017 den OttoCar Award.
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Mammut #project360
Mammut Sports GroupEin eigens konstruiertes Tragesystem mit Kameras, von Bergsteigern bis auf den Everest getragen. Die Kampagne erhielt unter anderem Cannes Lions Bronze und den Swiss Sponsorship Award.
Formate
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Virtueller Rundgang
wenn die Besucher selbst durch Räume gehen sollen.
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Gigapixel-Panorama
wenn das Detail zählt, an der Wand oder im Zoom.
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Messen, Events und Tourneen
wenn der Film an einen Stand oder auf Tournee geht.
Ablauf
01 Gespräch: Inhalt, Publikum und Ort der Ausspielung.
02 Drehbuch: Ein 360°-Bild hat kein Dahinter. Das Drehbuch plant deshalb Kamera, Licht, Ton und Crew mit.
03 Vorbereitung: Zugang, Bewilligungen, Wetter.
04 Dreh: mit dem Kamerasystem, das der Drehort verlangt, falls nötig eigens gebaut.
05 Postproduktion: Bilder zusammensetzen, Schnitt, Ton, Sprachfassungen. Ausspielung im Browser, in der App, an einer Station oder in der Brille.
Rahmen
Ob ein 360°-Film die richtige Antwort ist, zeigt das erste Gespräch. Manchmal erreicht ein klassisch geschnittener Film, ein Rundgang oder ein Foto mehr.
Bewilligungen und die Einwilligung aller, die im Bild erkennbar sind, werden vor dem Dreh eingeholt.
360°-Fotoboxen für Anlässe sind ein eigenes Fach. Anbieter dafür nennt das Studio auf Anfrage.
Haltung
Gedreht, nicht gerechnet.
Regie in alle Richtungen.
Drehorte ohne Strasse.
Fragen
Braucht das Publikum eine VR-Brille?
Nein. Ein 360°-Film läuft auch im Browser, auf dem Smartphone und in Apps. In der Brille ist das Gefühl, vor Ort zu sein, stärker, dafür erreicht sie jeweils nur eine Person und braucht jemanden, der betreut. Auf der Schweizer Tournee 2017 lief der Elefantenfilm des Circus Knie an einer Brillenstation im Zirkusfoyer.
Wo läuft ein 360°-Film: im Web, in einer App, an einer Station oder im Raum?
Überall dort, wo das Publikum ist: im Web, in einer App, an einer Station oder als Projektion im Raum. Zum Start der Blick VR App verteilte Ringier Kartonbrillen an Schweizer Bahnhöfen. An der European Outdoor Film Tour lief ein Freeride-Film für Mammut an einer Station im Foyer; die Postproduktion lag beim Studio.
Was unterscheidet ein 360°-Video von Virtual Reality und vom herkömmlichen Film?
Ein 360°-Video ist gefilmt und zeigt alle Richtungen zugleich, im Film für den Circus Knie etwa die Elefanten, die sich dicht um die Kamera bewegen. Virtual Reality meint die Wiedergabe in der Brille, manchmal auch eine am Computer gebaute Welt. Der herkömmliche Film lenkt den Blick über Ausschnitt und Schnitt und bleibt das richtige Mittel für eine präzise Botschaft in dreissig Sekunden. Der 360°-Film vermittelt dafür das Gefühl, vor Ort zu sein. Oft ergänzen sich beide.
Wird Betrachtern in der Brille übel?
Das kann vorkommen, vor allem bei schnellen Bewegungen, Drehungen und langen Sitzungen. Dagegen helfen ruhige Einstellungen, ein gerader Horizont, kurze Sequenzen und ein Sitzplatz. Schnelle Fahrten wie ein Flug oder eine Abfahrt sind am Bildschirm angenehmer als in der Brille; die Ausspielung wird deshalb zusammen mit dem Schnitt geplant. Im Browser und auf dem Smartphone ist Übelkeit kaum ein Thema.
Ist VR nicht vorbei?
Die VR-Brille ist ein Nischenprodukt geblieben, aber 360°-Filme hängen nicht an der Brille. Einzelne Plattformen haben ihre Programme eingestellt; im Browser, in Apps und an Stationen laufen 360°-Filme weiter. Das Rundbild zieht sein Publikum ohnehin seit dem 19. Jahrhundert an. Ob Brille, Bildschirm oder Raum, entscheidet der Inhalt.
Wie lange dauert die Produktion eines 360°-Films?
Das hängt von Drehort, Zugang, Bewilligungen und Wetter ab. Beim SRF-Film «Gotthard» lagen zwischen Projektstart und Veröffentlichung rund drei Monate, von März bis Mai 2016. Für einen Anlass geht es schneller: Der Film vom White Turf in St. Moritz war eine Woche nach dem Dreh auf dem Renngelände in Brillen zu sehen. Gibt es einen festen Termin wie eine Eröffnung oder eine Messe, richtet sich der Plan danach.
Was bestimmt die Kosten eines 360°-Films?
Vor allem der Drehort und der Weg dorthin. Ein Tunnel, eine Nordwand oder ein Flug verlangen Bewilligungen, Sicherheitsmassnahmen und oft ein eigenes Kamerasystem. Dazu kommen Drehtage und Wetterreserven, Länge und Schnitt, Ton, Sprecher und Sprachfassungen, die Ausspielung in Player, App oder Station sowie der Umfang der Nutzung. Eine Preisliste gibt es nicht; die Offerte folgt, sobald Inhalt, Ort und Termin feststehen.
Lässt sich auch im Hochgebirge und aus der Luft drehen?
Ja, Drehorte ohne Strasse gehören zu vielen Filmen des Studios: im Hochgebirge, aus der Luft, am Seil unter dem Helikopter und im Tunnel. Am Eiger trug für Blick der zweite Mann der Seilschaft die Kamera über den Mittellegigrat bis zum Gipfel. Für das Porträt von swissinfo.ch führten Luftaufnahmen über Zürich und über die Alpen bis zum Matterhorn. Den Plan bestimmen Flugbewilligungen, Wetterfenster und die Sicherheit am Berg.
Wie werden Ton, Sprache und Sprecher eingesetzt?
Von Anfang an mitgeplant, weil der Ton im Rundumbild den Blick lenken kann. Wo Sprecher und Einblendungen den Film tragen, entstehen die Sprachfassungen aus demselben Dreh. Das Porträt für swissinfo.ch gibt es in zehn Fassungen, eine für jede Sprache des Hauses, die arabische von rechts nach links gesetzt.
Lässt sich ein Film später an einer Messe, in einer Ausstellung oder im Laden zeigen?
Ja, wenn Länge, Ton, Sprachen und Rechte von Anfang an darauf ausgelegt sind. Für eine betreute Station eignen sich kürzere Fassungen als fürs Web; beide entstehen aus demselben Dreh. Wie ein Film nach der Premiere weiterläuft, zeigt das Beispiel unter Messeauftritt.
Wer darf den Film wie nutzen?
Das regelt der Auftrag: Kanäle, Gebiete, Dauer und Sprachfassungen. Musik, Sprecher und Fremdmaterial werden für genau diese Nutzung lizenziert. Kommt später ein Einsatz dazu, etwa eine Messe oder eine weitere Sprache, lässt sich die Nutzung erweitern. Bestehende Aufnahmen finden sich unter 360°-Filme lizenzieren.
Wie viel Computergrafik steckt in den Filmen?
Wenig, denn gefilmt wird am Ort selbst. Grafik kommt dort dazu, wo sie etwas erklärt: Im Lehrfilm «Achtung Lawinen», den SRF und das SLF gemeinsam produzierten, zeigen animierte Einblendungen, wo im Schnee Gefahr droht. Verlangt der Inhalt eine gebaute Welt, entsteht auch diese. Für den ersten Schweizer Digitaltag 2017 wurde das «Meteo»-Dach von SRF als virtuelle Welt nachgebaut, nach einer Idee des Studios und umgesetzt mit Vision11.