Kultur und Museen

Kultur und Museen

Kein Museum kann einen Gipfel ausleihen. In die Ausstellung holen kann es ihn trotzdem.

CONCEPT360 in Winterthur produziert für Museen und Kulturinstitutionen in der Schweiz Rundbilder, Rundgänge und Installationen, für die Ausstellung im Haus und die virtuelle Ausstellung im Netz. Sechs begehbare Rotunden in vier Ausstellungen zeigten Aufnahmen des Studios, vom Nationalmuseum in Schwyz bis zum Gletschergarten Luzern; für das Kloster Fahr folgte ein Rundgang zum 100. Geburtstag der Dichterin Silja Walter. Was entsteht, richtet sich nach dem Inhalt der Ausstellung, nicht nach einem bevorzugten Format. Nach diesem Grundsatz arbeitet das Studio seit 2005.

Ihre Ausgangslage

Sie leiten ein Museum, kuratieren, vermitteln oder gestalten eine Ausstellung.

  • Ihr Thema liegt im Hochgebirge oder hinter verschlossenen Türen.
  • Ihr Raum ist geplant, es fehlt ein Partner, der mitdenkt.
  • Ihre Ausstellung endet, und für danach fehlt das Budget.
  • Ihr Jubiläum soll auch Menschen erreichen, die nicht anreisen.

Ein Projekt

Abgedunkelter Rundraum mit Projektoren an der Decke, ringsum Gletscher und Schneegipfel, davor Absperrkordeln

Nationalmuseum «Alpenpanoramen»

Die Sonderausstellung im Forum der Schweizer Geschichte in Schwyz zeigte 2007 Panoramafotografie von 1845 bis in die Gegenwart. Im Zentrum standen die Besucher selbst in einem Panorama: In einer begehbaren Rotunde wechselte die Aussicht von Gipfel zu Gipfel, eigens für diese Ausstellung aufgenommen. Feldstecher mit Sensoren folgten der Kopfbewegung und holten den Blickpunkt heran, Vorläufer der heutigen VR-Brillen. Draussen führten 15 Stationen rund um den Urnersee die Ausstellung ins Gelände weiter.

  • AuftraggeberSchweizerisches Nationalmuseum

Was immersive Bilder im Museum leisten

  • Der Ort kommt in die Ausstellung.

    Gipfel, Gletscher oder ein Raum ohne Zutritt werden zum Rundbild im Saal. Die Besucher stehen darin und schauen selbst, wohin sie wollen.

  • Der Blick wird genauer.

    An der Bildstation wählen Besucher Ausschnitt und Massstab selbst, wie 2011–2012 im Gletschergarten Luzern.

  • Ein Zustand bleibt.

    Ein hochaufgelöstes Rundbild hält einen Raum an einem bestimmten Tag fest, bevor Zeit oder Umbau ihn verändern.

  • Der Ort bleibt erreichbar.

    Eine virtuelle Ausstellung ergänzt den Besuch im Haus und macht Lust darauf. Wer nicht anreisen kann, besucht die Orte trotzdem.

  • Der Ort in der Landschaft.

    Ein Kloster, eine Burg oder eine Fundstelle zeigt von oben, wie sie in der Landschaft liegt. Ein Rundbild aus der Luft kann die virtuelle Ausstellung eröffnen oder im Saal den Überblick geben, bevor der Weg in die Räume führt.

Weitere Arbeiten

  • Kloster Fahr / Silja Walter

    Kloster Fahr

    Ein Jubiläum an den Orten einer Dichterin, mit ihren Texten. Im Mai 2019 zeigte SRF «Schweiz aktuell» den Rundgang in einem Bericht aus Fahr.

  • Synagoge Basel

    Der Betsaal von 1868 in einem hochaufgelösten Rundbild; spätere Restaurierungsarbeiten griffen auf die Aufnahmen zurück.

  • SRF «Heiniger 1964»

    SRF

    «Echorama», eine Hommage an Ernst A. Heiniger: sein Film für die Expo 64 neben der Schweiz von heute.

Formate

  • Gigapixel-Panorama

    für Bildstation, Wand und Rotunde, überall dort, wo Besucher nah herantreten oder zoomen.

  • virtueller Rundgang

    für die virtuelle Ausstellung mit Räumen, Stationen, Texten und Stimmen, im Browser bis aufs Smartphone.

  • 360°-Video

    für Zeitdokumente und Filme, online oder an einer Station.

  • begehbare Rotunde

    Platz, Aufbau und Unterhalt von Rotunde und Station.

Ablauf

  1. 01 Gespräch: Welchen Ort sollen die Besucher erreichen?

  2. 02 Konzept: mit Kuratorium und Szenografie; Ort, Form, Texte, Sprachen und was nach der Ausstellung bleibt.

  3. 03 Aufnahme: am Ort, auch im Hochgebirge.

  4. 04 Ausgabe und Aufbau: Druck, Projektion, Station oder Browser.

  5. 05 Betrieb: Führungen und Vermittlung.

  6. 06 Nachnutzung: virtuelle Ausstellung, Archiv, Forschung.

Rahmen

  • Projektionsshows bekannter Gemälde und schnelle Scans ganzer Ausstellungen gehören nicht zum Angebot.

  • Bei Aufnahmen in Sammlung und Depot gelten die Vorgaben der Konservierung, etwa zu Licht und Abstand.

  • Besucherinnen, Besucher und Mitarbeitende werden nur mit Einwilligung erkennbar gezeigt.

  • Im Museum ist die VR-Brille selten die erste Wahl, denn Rundbild, Wand und Station erreichen viele Menschen zugleich.

Fragen

  • Was bleibt von einer Sonderausstellung, wenn sie schliesst?

    Was von Anfang an dafür geplant wurde: eine virtuelle Ausstellung, Aufnahmen für Archiv und Vermittlung oder ein Konzept für ein anderes Haus. Bei der Giardina 2016 blieben die Rundbilder der Schaugärten über die Messe hinaus online. Sinnvoll ist das dort, wo es eine Verwendung gibt: in Schulen, in der Forschung, in einer Wanderausstellung.

  • Wie entsteht eine virtuelle Ausstellung, und was unterscheidet sie von einem Baukasten im Netz?

    Aus fotografierten Räumen und Orten, die zu einem Weg mit Stationen, Texten und Stimmen verbunden werden. Für das Kloster Fahr wurden zehn Orte aufgenommen; an jedem war ein Text zu hören, darunter Gedichte und Gedanken von Silja Walter, in einem eigens gebauten Player. Für SRF führte ein Rundgang an die Schauplätze von «Anno 1914 – Die Fabrik» und ging mit der Ausstrahlung online. Ein Baukasten genügt, wo eine schnelle Abbildung reicht. Hier entstehen Bild, Weg und Text für ein bestimmtes Thema.

  • Arbeitet CONCEPT360 auch an der Ausstellung selbst mit?

    Ja, in der Rolle, die das Haus braucht. Wo eine Szenografie den Raum gestaltet, entsteht der Inhalt für Rotunde, Wand oder Station innerhalb ihres Konzepts, abgestimmt mit dem Kuratorium. Wo das Haus es wünscht, übernimmt das Studio mehr: Am Eggishorn lagen 2008 Konzept und Inhalt der ganzen Ausstellung beim Studio, von der Rotunde in der Bergstation bis zu den Bildboxen mit historischen Aufnahmen am Wanderweg.

  • Was unterscheidet das von einer «immersiven Ausstellung» mit Projektionen?

    Eine «immersive Ausstellung» mit Projektionen bekannter Gemälde ist ein eigenes Format mit eigenem Publikum. Hier dienen die Bilder der Erzählung einer Ausstellung: Sie zeigen reale Orte, eigens für das Thema fotografiert, und das Haus bestimmt, was sie erzählen. Welche Form passt, entscheidet das Thema.

  • Wie werden Rechte an Leihgaben, Objekten und historischen Bildern geregelt?

    Vor der Aufnahme, zusammen mit dem Haus. Für Leihgaben und Objekte gelten die Vorgaben der Leihgeber und der Konservierung, für historische Bilder die der Sammlungen, aus denen sie stammen; die Nennung folgt der Vorgabe des Hauses. Welche Nutzungen der neuen Aufnahmen vereinbart werden, etwa Ausstellung, Katalog, Website oder Wanderausstellung, steht im Auftrag.

  • Eignet sich das für Schulklassen und die Vermittlung?

    Ja, als Teil der Vermittlung, nicht als Ersatz dafür. In Stans brachten 2009 Workshops Schulklassen in die Ausstellung des Nidwaldner Museums, und ein Kombiticket verband das Museum mit der Bahn aufs Stanserhorn, wo die Aussicht vor der eigenen Haustür wartete. Eine virtuelle Ausstellung eignet sich im Unterricht zur Vor- und Nachbereitung des Besuchs.

  • Wie barrierefrei sind Rotunde und virtuelle Ausstellung?

    Eine Rotunde zeigt die Hochalpen auch Menschen, die nicht hinaufsteigen können, und braucht keine Brille; viele sehen das Bild zugleich. Ob sie stufenlos zugänglich ist und Sitzplätze bietet, wird im Konzept mit dem Haus festgelegt. Eine virtuelle Ausstellung läuft im Browser bis aufs Smartphone; Untertitel, Textalternativen oder Bedienung über die Tastatur richten sich nach den Vorgaben des Hauses.

  • Wann sollte das Studio dazukommen?

    Sobald Thema und Raum feststehen und noch vor dem Gesuch an Stiftungen und Geldgeber, damit die Produktion und ihre Nachnutzung im Budget stehen. Aufnahmen im Hochgebirge hängen von Jahreszeit und Wetter ab und brauchen ein Wetterfenster vor der Eröffnung. Den Vorlauf klärt das erste Gespräch.

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